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"Abgeordnete kennen eigentlich keine Arbeitszeiten", sagt Enno Hagenah. Das soll nicht etwa heißen, dass es für die Politiker kaum etwas zu tun gibt – das Gegenteil bedeutet es. Heute ist der zweite der drei Plenartage des Landtages, die einmal im Monat abgehalten werden. Insgesamt hat Enno Hagenah acht Reden vorbereiten müssen, drei davon stehen an diesem Donnerstag an. Zuvor jedoch trifft er sich noch zu einem Gespräch mit der IG Bau – Tariftreue ist das Thema, über das der Abgeordnete zusammen mit einem Vertreter der SPD-Fraktion und Gebäudereinigern diskutiert, die Sitzung beginnt um 9 Uhr. Eineinhalb Stunden später geht es direkt im Anschluss zum Landespressekonferenz-Raum. Dort warten auf den Politiker die Schüler einer zehnten Klasse einer Gesamtschule – und sehr kritische Fragen: der Wegzug von deutschen Unternehmen ins Ausland sorgt ebenso für Gesprächsstoff wie Studiengebühren oder die hohen Gehälter der Politiker. Enno und seine beiden Kolleginnen von der SPD und CDU müssen sich dem Vorwurf erwehren, "nur da unten rum zu sitzen und nichts zu tun". Das dies nicht so ist, wissen die Politiker nicht nur bei dem Gedanken an ihre ganzen Termine, Ausschusssitzungen und Pressearbeit, sondern spätestens auch, als sie im Eiltempo nach der Diskussion mit der Besuchergruppe wieder in den Plenarsaal schreiten. Fünf Stunden hat Enno nun noch bis zu seiner ersten Rede. Während er bis dahin den anderen Rednern mit einem Ohr zuhört, muss er zugleich auch Akten durchsehen, Berichte lesen und mit seinen Fraktionskollegen Absprachen über die gemeinsame Reaktion auf aktuelle Entwicklungen treffen.
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Um 14 Uhr heißt es eigentlich Mittagspause, doch für Enno Hagenah bleibt nur wenig Zeit, etwas in der Markthalle zu essen, danach kümmert er sich in der restlichen Zeit um die erbetene Unterstützung für einen grünen Bürgermeister – Lobbyarbeit. Um halb vier geht es im Plenarsaal weiter. Da sich die bisherigen Diskussionen länger hingezogen haben, als in der Tagesordnung vorgesehen, konnten sich die Fraktionen untereinander einigen, einige Themen direkt an die zuständigen Ausschüsse zu verweisen, um die Tagesordnung wieder zu straffen. Darunter fällt auch das von Enno vorbereitete Thema der EU-Förderung. Für ihn stehen nun nur noch zwei Reden zu den Themen Schülerbeförderung als Landesaufgabe und LKW-Maut-Ausweichsverkehr an, bevor um 20 Uhr der Plenartag vom Landtagspräsidenten beendet wird, was für den Grünen-Politiker aber noch nicht mit Feierabend gleichzusetzen ist. Der Verband der Elektroindustrie hat zum parlamentarischen Abend eingeladen. Die Vorträge und Begrüßungsreden sind erst gegen 21 Uhr beendet. Jetzt ist nur noch Zeit für ein kurzes Gespräch mit einigen Landtagskollegen und ein Glas Wein – denn am nächsten Morgen geht um 9 Uhr die Landtagssitzung mit den mündlichen Anfragen weiter.