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Von außen sieht es aus wie ein völlig normales Kaufhaus. Weihnachtlich dekorierte Schaukästen und Dinge des täglichen Bedarfs locken die KundInnen. Und genau dies soll das faire Kaufhaus im Herzen der Landeshauptstadt auch leisten, wie Reinhold Fahlbusch seinem Gast Enno erklärt. fairKauf hat einen sozialen Anspruch und möchte Waren zu erschwinglichen Preisen anbieten, aber für alle da sein. So kaufen nicht nur finanziell schlechter Gestellte dort ein, sondern auch Personen, die über ein besseres Einkommen verfügen. Dies trägt dazu bei, dass Bedürftige nicht das Gefühl haben, von Almosen zu leben, sondern in einem ganz normalen Kaufhaus einkaufen gehen.
Herr Fahlbusch führte Enno durch die verschiedenen Etagen des Kaufhauses, in denen es Möbel, Haushaltsgegenstände, Spielzeug, Bücher und Bekleidung gibt. Verkauft werden zumeist gebrauchte Waren, die von BürgerInnen gespendet werden. fairKauf ist eine eingetragene Genossenschaft. Ab 50 Euro kann jedeR BürgerIn einen Anteil erwerben und dadurch MiteigentümerIn des Kaufhauses werden. Entstanden ist das Projekt durch eine Initiative des Diakonischen Werkes, des Caritasverbandes, des Werkheim e.V. und engagierter MitbürgerInnen. Letztere bilden eine zentrale Grundstütze des Kaufhauses. Insgesamt sind aktuell rund 35 Ehrenamtliche inklusive der fünf Vorstandsmitglieder hier aktiv.
Menschen die Teilhabe am Leben der Gemeinschaft zu erleichtern, damit sie zu sozialen Preisen Waren erwerben können, ist das eine zentrale Ziel des Kaufhauses. Ein weiteres ist die Re-Integration langzeitarbeitsloser Menschen in den Arbeitsmarkt. Hierfür schafft fairKauf zum einen tarifgebundene, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Zum anderen werden Menschen qualifiziert, um einen Zugang zu Arbeitsmöglichkeiten im Bereich Handel und Verwaltung zu erlangen. Die dritte Zielkomponente des Kaufhauses lässt sich unter dem Stichwort Nachhaltigkeit zusammenfassen: Waren, die von den SpenderInnen nicht mehr gebraucht werden können, erhalten eine fortgesetzte Nutzung, statt im Müll zu landen. Dabei fungiert das Kaufhaus als Wirtschaftsbetrieb mit sozialer Ausrichtung: Bereits im ersten Geschäftsjahr schreibt fairKauf schwarze Zahlen, die Einnahmen decken die Ausgaben des Kaufhauses.
Allerdings bekam Enno bei der Führung auch eine Herausforderung des Kaufhauses im wahrsten Sinne des Wortes zu spüren: Die Fassade bedarf dringend einer umfassenden energetischen Sanierung, ohne Dauerheizen wird es in der kälteren Jahreszeit arg frostig und zugig in den Räumlichkeiten. Diese Maßnahme mit verschiedenen Förderern und Partnern zu stemmen, wird eine der Aufgaben für die kommenden Jahre sein.
Gerade in der Weihnachtszeit lohnt sich ein Bummel durch das soziale Kaufhaus. Es ist von Montags bis Samstags in der Zeit von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet und befindet sich rund 10 Minuten Fußmarsch vom Hauptbahnhof entfernt in der Limburgstraße 1.
Weitere Informationen finden Sie unter www.fairkauf-hannover.de