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Am Freitag, den 17.06.2011 führte die Grüne Landtagsfraktion ein öffentliches Hearing zum Thema Reaktivierung von Bahnstrecken und Haltepunkten in Niedersachsen mit etwa 60 TeilnehmerInnen durch.

Auf dem Programm standen folgende Vorträge:
Hermann Kröger, Präsident DEHOGA Niedersachsen, Eisenbahnanbindung Esens–Bensersiel: Chance für den InseltourismusJan
Christopher Witt, Deutsche Regionaleisenbahn (größter deutscher NE Bahn Betreiber, Personen- u. Güterverkehr): Reaktivierung der Strecke Dannenberg-Lüchow-Salzwedel
Elke Weh, stellvertretende Vorsitzende Förderverein Moorexpress e.V.: Moorexpress Potentialabschätzung
Holger Kloth, Geschäftsführer Planungsgesellschaft Grafschaft Bentheim: Reaktivierung des Streckenabschnitts Bad Bentheim - Nordhorn
Hans-Joachim Menn, Geschäftsführer LNVG: (Re-)AKTIVER Ausbau des SPNV in Niedersachsen: Fakten und Hintergründe
In Anschluss wurde eine lebendige Diskussion geführt, die sich vor allem auf die Frage konzentrierte, welche Kriterien für ein Ranking von Reaktivierungsprojekten eine Rolle spielen und welche Realisierungschancen sich in der Folge für einzelne Projekte ergeben könnten.
Schon im Vorfeld der Veranstaltung wurde eine Broschüre erarbeitet, in der alle uns bekannten Projekte anhand eines Fragekataloges vorgestellt werden. Zusammen gekommen sind dabei 15 Schienenreaktivierungs- sowie 4 Haltepunkteprojekte. Dies ist allerdings nur der Anfang, weitere Projekte können gerne aufgenommen werden.Die Broschüre kann auf dieser Seite als PDF herunter geladen werden. Eine Bestellung ist unter enno.hagenah@lt.niedersachsen gegen einen Unkostenbeitrag von 4.- Euro/Stück möglich.
Schlussfolgerungen aus dem Hearing: Bündnis 90/Die Grünen fordern Landesregierung und Landesnahverkehrsgesellschaft auf, ihre Reaktivierungsanstrengungen zu verstärken. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass beispielsweise ein Fährhafen zu den ostfriesischen Inseln (ohne Autoverkehr) mit einem überregional ausstrahlendem Tourismusangebot oder eine Stadt wie Nordhorn mit über 50.000 EinwohnerInnen vom Schienenpersonenverkehr abgeschnitten sind, obwohl weite Teile der Infrastruktur sowie der politische Wille vor Ort seit Langem vorhanden sind.
Daür ist es nötig:
1. Das Potenzial still liegender Trassen und Güterbahnhöfe in Niedersachsen muss grundlegend geprüft und für die Zukunft gesichert werden. Die Entwidmung und der schleichende Abbau von Bahninfrastruktur in Niedersachsen, die dadurch für immer verloren geht, muss endlich gestoppt werden. Einmal entfernte Schienen müssen später bei neu erkanntem Bedarf aufwändig ersetzt werden - oder ihre Trassen sind wegen Überbauung sogar unwiederbringlich verloren.

2. Daneben soll das Land Niedersachsen auf Antrag betroffener Landkreise eine fundierte Nutzen-Kosten-Analyse für die Neu- oder Wiedereinrichtung zusätzlicher Haltepunkte sowie für die Wiederinbetriebnahme still liegender Bahnstrecken veranlassen. Deren Ergebnisse sollen anschließend anhand transparenter Kriterien bewertet und ggf. umgesetzt werden. Bündnis 90/Die Grünen setzen sich seit ihrer Gründung auf allen Ebenen für die Förderung des umweltfreundlichen Bahnverkehrs ein. Wir sehen angesichts des Klimawandels die Vernachlässigung der Schiene und die falsche Schwerpunktsetzung von Bund und Land in der Verkehrswegefinanzierung mit großer Sorge. Statt dringend benötigte Ausbaumaßnahmen für die Schiene zu finanzieren, werden die knappen öffentlichen Gelder immer noch allzu häufig vorrangig in den Neubau von Autobahnen gesteckt.
Enno Hagenah, MdL Hannover, Juni 2011
verkehrspolitischer Sprecher